Handernte

Handernte – für Viele ein Begriff für Altertümlichkeit, in vorindustrieller Zeit angewandte Tätigkeit. Tatsächlich aber wende ich mich gegen eine „Überindustrialisierung“ der Landwirtschaft, bei der durch Monokulturen und dem Einsatz etlicher Chemikalien die Natur auf der Strecke bleibt. Heute werden riesige Landflächen mit schwerem Gerät GPS-gelenkt bearbeitet, fragwürdiges Saatgut bzw. Sorten werden benutzt, welche Gift- und Hormonbehandlungen der Pflanzen notwendig machen.

Leidtragend sind die Böden und das Grundwasser, da eine solch intensive Nutzung nicht ohne  Folgen bleibt. Auch die Politik scheint die Kleinbetriebe zu vernachlässigen: Um subventionswürdig zu sein, brauchen selbst Bio-Höfe bestimmte Größen.  Kleinfeldwirtschaft und ( Bio-) Kleinbauern scheinen Geschichte zu sein. Und doch gibt es immer mehr Enthusiasten: Menschen, die ihre Gärten, Felder, Scholle lieben. Pfleger der kleinen, schönen Ecken auf dieser Welt.

Wir wollen einen belebten Boden, auf dem unsere Früchte wachsen. In unserem Fall geben wir dem Olivenbaum und seiner Umgebung die besten Voraussetzungen, sodass wir natürliche und gesunde Früchte ernten können. Über Kompost und leichte Dunggaben verbessern wir die Bodenstruktur und kräftigen die Humusschicht. Dadurch kann der Boden mehr Wasser speichern, so kann der Baum längere Zeit von dieser Nahrungsquelle profitieren. Am Hang nutzen wir den Regen, der sich an den Natursteinmauern sammelt. Dafür müssen diese ständig repariert werden, ein Wall aus Erde schützt die  Mauer zusätzlich und bewirkt, dass das Wasser nahe den Baumstämmen einsickert. Auch andere Arbeiten rund um die Olive erfordern viel Handarbeit, wie die Stammpflege und der gekonnte Rückschnitt der Bäume. Wer naturgemäss arbeitet, hat trotz Mühen einen grossen Erfolg: Tier- und Pflanzengesellschaften entwickeln sich und lassen uns immer neue Dinge entdecken. Zu der Schönheit dieser Natur passt es einfach, so viele Arbeiten wie möglich per Hand zu erledigen. Im Olivenhain ist Handarbeit die eindeutig bessere Wahl!

Die Arbeit in den von mir betreuten Olivenhainen vereint viele Aspekte:

  • Naturschutz durch Erhaltung des Lebensraumes Olivenhain
  • Umweltverträgliches Wirtschaften ohne Kunstdünger und Chemie
  • Naturnahe Anlage der Haine bzw. Biotope mit ihren uralten Bäumen
  • Nachhaltigkeit in Form von Nutzung und Erhaltung alter Bestände
  • Schonende Ernte der Früchte in Teamarbeit mit vielen Händen
  • Sofort handverlesen gelangen die Oliven  direkt zur Ölmühle
  • Durch schnelle Verarbeitung werden die Inhaltsstoffe geschont
  • Lagerung des Olivenöls in Edelstahltanks kühl, aber frostfrei
  • Zufriedenheit des gesamten Teams, auch durch faire Entlohnung